Medizinische Meisterleistung: MS-Cockpit für den Viktor-Award nominiert

Das Multiple-Sklerose-Cockpit der Universitätsklinik für Neurologie am Inselspital steht im Finale für den «Viktor», den Award des Schweizer Gesundheitswesens. In der Kategorie «Medizinische Meisterleistung» geht das innovative Monitoring-Tool ins Rennen um den nationalen Sieg.

Nach dem Gewinn des FMH-Qualitätspreises «Innovation Qualité» im Mai 2024 folgt nun die nächste Anerkennung auf nationaler Ebene: Die Fachjury des «Viktor» nominiert das MS-Cockpit als eine der herausragenden Leistungen im Schweizer Gesundheitswesen. Der Award wird am Donnerstag, 12. März 2026, im Kursaal in Bern vergeben.

Die Auszeichnung in der Kategorie «Medizinische Meisterleistung» wird zu 50 Prozent durch eine Fachjury und zu 50 Prozent durch das Publikum vergeben. Unterstützen Sie das Team und stimmen Sie unter www.viktor-award.ch für das MS-Cockpit ab. Das Voting dauert noch bis am 2. März 2026 um Mitternacht.

 

Digitale Früherkennung für mehr Sicherheit für Patient:innen

Seit seinem Launch im Jahr 2018 sorgt das MS-Cockpit, welches in enger Zusammenarbeit mit dem Insel Data Science Center (IDSC) entwickelt wurde, für einen signifikanten Sicherheitsgewinn in der Behandlung. Durch die Verknüpfung grosser Datenmengen aus unterschiedlichen Quellsystemen in einem zentralen Data Warehouse können die Therapieverläufe der rund 2000 betreuten MS-Patient:innen tagesaktuell überwacht werden. Das System erlaubt es, relevante Laborbefunde mit epidemiologischen Parametern zu kombinieren, sodass sicherheitsrelevante Ereignisse sofort erkannt und Betroffene umgehend behandelt werden können. 

Die nächste Generation: Version 2.0 und die Rolle von Epic

Aktuell befindet sich das Projekt in der Weiterentwicklungsphase zur Version 2.0. Ein entscheidender Treiber ist hierbei die Einführung von Epic, dem neuen, klinikweiten Informationssystem am Inselspital. Durch die Umstellung auf dieses System hat sich die Datenbasis grundlegend verändert: Klinische Parameter werden nun strukturiert und standardisiert erfasst. Dies ermöglicht es dem Team, Risikofaktoren noch präziser automatisiert zu extrahieren und direkt in das Monitoring zu integrieren.

Die neue Version, die von der Digitalisierungskommission (DigiK) der Universität Bern finanziell unterstützt wird, geht technologisch noch einen Schritt weiter. In Zusammenarbeit mit dem Support Center for Advanced Neuroimaging (SCAN) werden künftig erstmals auch Bilddaten in das System eingebunden. Zudem erfolgt die Datenaufbereitung nach internationalen Interoperabilitäts-Standards. Durch diesen modularen Aufbau soll das Cockpit künftig nicht nur für die MS-Therapie, sondern auch für andere Kliniken und Fachgebiete nutzbar gemacht werden.

Partizipation und Transparenz im Fokus

Ein besonderes Augenmerk der Version 2.0 liegt auf der Kommunikation zwischen Ärzt:innen und Patient:innen. Durch Visualisierungen, die gezielt auf unterschiedliche Wissenshintergründe zugeschnitten sind, sollen Patient:innen stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Diese Transparenz fördert die aktive Teilhabe an der eigenen Therapie.

Herzliche Gratulation zur Nominierung:  Dr. med. Olga Endrich, Prof. Dr. med. Robert Hoepner und Dr. Stefanie Marti.

Das Team Dr. med. Olga Endrich, Prof. Dr. med. Robert Hoepner und Dr. Stefanie Marti (v.l.n.r.) hier bei der Verleihung des FMH-Qualitätspreises «Innovation Qualité» im Mai 2024