Besuch aus Graz: Fachlicher Austausch zu KI, Ultra-Hochfeldbildgebung und KI-Weiterbildung in der Neuroradiologie

Eine Delegation der Universität Graz besuchte das Universitätsinstitut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am Inselspital Bern, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz und die Möglichkeiten der 7-Tesla-Bildgebung zu informieren.

Das Universitätsinstitut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am Inselspital Bern durfte kürzlich eine hochrangige Delegation der Medizinischen Universität Graz zu einem fachlichen Austausch in Bern begrüssen.

Im Zentrum des Besuchs standen aktuelle Entwicklungen in der KI-gestützten Bildanalyse und deren Einsatz zur Unterstützung klinischer Entscheidungen. Die Gäste erhielten Einblicke in innovative Projekte sowie in die Integration datenbasierter Methoden in die neuroradiologische Routine. 

Die Neuroradiologie am Inselspital gehört in diesem Bereich international zu den Vorreitern: Sie wurde kürzlich als erste Einrichtung ausserhalb der USA für den strukturierten und sicheren Einsatz von KI ausgezeichnet.

Bei einem Rundgang konnte die Delegation sehen, wie KI-Anwendungen bereits heute direkt in der täglichen Befundung eingesetzt werden, etwa zur Unterstützung bei der Schlaganfall-Diagnostik oder Auswertung komplexer MRT-Bilder. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem 7-Tesla-MRT am sitem-insel im Translational Imaging Center (TIC). Das seit 2019 betriebene Ultra-Hochfeld-System zählt zu den modernsten Anlagen weltweit. Er wird sowohl in der Forschung als auch in ausgewählten klinischen Anwendungen eingesetzt.

Dank der deutlich erhöhten Feldstärke ermöglicht das 7-Tesla-MRT eine bislang unerreichte Bildqualität mit sehr hoher Auflösung und verbessertem Gewebekontrast. Dadurch können feinste Hirnstrukturen sichtbar gemacht und selbst kleinste Läsionen präzise dargestellt werden. Insbesondere in Fällen, in denen konventionelle Bildgebung an ihre Grenzen stösst, liefert die 7-Tesla-Technologie entscheidende zusätzliche Informationen.

Klinisch kommt das Verfahren unter anderem in der Epilepsiediagnostik, bei Multipler Sklerose, Gefässerkrankungen sowie neurodegenerativen Erkrankungen zum Einsatz. So können beispielsweise kortikale Dysplasien oder spezifische MS-Läsionen sichtbar gemacht werden, die in der Standardbildgebung nicht nachweisbar sind. Damit steht das 7-Tesla-MRT exemplarisch für den translationalen Ansatz am Inselspital, bei dem innovative Technologien gezielt aus der Forschung in die klinische Anwendung überführt werden.

Ein weiterer Programmpunkt war die Vorstellung von Weiterbildungsprogrammen zu Anwendungen der KI in der Bildgebung in sitem-insel. Seit 2019 wird in Bern gemeinsam mit der sitem-insel School ein Weiterbildungsprogramm zu diesem Thema angeboten. Es richtet sich an Ärzt:innen, Naturwissenschaftler:innnen und Technologiefachpersonen und fokussiert auf die klinische Anwendung der KI. 

Der Besuch bot eine wertvolle Plattform für den interdisziplinären Dialog und den internationalen Wissenstransfer. Das Universitätsinstitut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am Inselspital Bern freut sich über den intensiven Austausch und die Vertiefung der Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen im europäischen Raum.

v.l.n.r.: PD Dr. med. Arsany Hakim (Neuroradiologie, Inselspital Bern), Micha Schweizer (Direktion Technologie und Innovation, Inselspital Bern), Prof. Dr. med. Jan Gralla (Neuroradiologie, Inselspital Bern), Prof. Hannes Deutschmann (Med Uni Graz), PD Dr. med. Piotr Radojeweski (Translational Imaging Center, sitem-insel), Manuela Gross (Med Uni Graz), Dr. Lukas Pirpamer (Neuroradiologie, Inselspital Bern), Prof. Dr. med. Roland Wiest (Neuroradiologie, Inselspital Bern), Prof. Christian Enzinger (Med Uni Graz)